Wahlen und Wahlalter

Die Wahlen auf allen Ebenen sind immer auch wichtiges Ereignis für die Kinder- und Jugendarbeit, fordern sie doch zur Mitgestaltung und zur Auseinandersetzung mit Demokratie heraus. So sind sie zunächst Anlass für vielfältige Formen politischer Bildung. In vielen Kreisen und Gruppen sind sie Gesprächsinhalt, Gegenstand inhaltlicher politischer Befassung oder auch spielerischer Auseinandersetzung (z. B. durch Planspiele u. a.). Darüber hinaus sind sie oft Anlass und Höhepunkt politischen Engagements im engeren Sinne – bei Podien, Wahlpartys und Einladungen von Kandidat(inn)en wird die Gelegenheit genutzt, Jugendinteressen bekannt zu machen und der Politik auf den Zahn zu fühlen. So sind fast alle Ebenen herausgefordert, das Thema aufzugreifen.
U18 - Die Jugendwahl

Die aej beteiligt sich am Trägerbündnis für die Durchführung der Jugendwahl U18. Dieses Bündnis ist eine Plattform für vielfältige Aktionen rund um die Wahlen, in deren Mittelpunkt die Durchführung von Wahlaktionen vor Ort steht. Konkret werden durch die Kinder- und Jugendarbeit vor Ort Wahllokale eröffnet und Jugendwahlen durchgeführt. Die Ergebnisse werden durch U18 auf Bundesebene zusammengeführt und öffentlich gemacht. U18 stellt für die Wahllokale Handreichungen, Wahlzettel-Vorlagen u. ä. zur Verfügung sowie internetgestützt den Rahmen für die Anmeldungen der Wahllokale und Sammlung der Ergebnisse. Die Beteiligten am Netzwerk sammeln darüber hinaus viele hilfreiche Materialien und Aktions-Entwürfe, die über die zentrale Homepage verbreitet werden.
Wahlalter

- flickr: von augschburger
Das Thema Wahlalter ist ein wichtiges jugendpolitisches Thema und in der Bundes- und Landespolitik, in den Landesjugendringen und auch in Kontexten der Umsetzung der Kinderrechte (National Coalition) präsent:
» Vor dem Hintergrund der in der UN-Kinderechtskonvention geforderten Partizipation von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Entscheidungen wird ein Wahlalter von Geburt an diskutiert. «
» Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ist davon auszugehen, dass in ca. 10 Jahren die Generationen über 50 Jahren die Mehrheit der Wahlberechtigten bilden werden. Da bereits jetzt immer deutlicher wird, dass die Anliegen junger Menschen zunehmend weniger in der Politik im Mittelpunkt stehen, werden Modelle diskutiert, den Einfluss junger Menschen und/oder ihrer Familien zu verstärken. Sowohl in eher links orientierten Zusammenhängen wie in konservativen Politikkreisen wird als strategische Alternative ein Stellvertreter(innen)wahlrecht breit diskutiert, hierfür wären strategische Mehrheiten in den Parteien denkbar, zumal nach einer solchen Verfassungsänderung eine weitere Absenkung des Wahlalters in speziellen Modellen im Rahmen von Gesetzesänderungen nach dem BGB (mit einfacher Mehrheit im Bundestag) möglich wäre. «
» Eine Forderung nach einer Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre leistet nicht ausreichend eine Auseinandersetzung mit der Frage nach einem Wahlrecht von Geburt an und der – aus Sicht der aej - willkürlichen Stichtagsregelung und kann überall dort, wo politische Erfolge mit der Forderung eines Wahlrechtes ab 16 zu verzeichnen sind, auf Ablehnung stoßen. «
» Selbst bei einer Freigabe des Wahlalters werden nicht alle Kinder- und Jugendlichen wählen können oder wollen. Daher muss die Frage der Beteiligung, vor allem von Kindern, mit anderen Mitteln als Wahlen im Blick behalten werden. «










