Dialog & Kooperation – Stationen

Das aej-Projekt auf dem 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden
Über viele Besucher(innen) des aej-Standes im Zentrum Jugend freute sich eine Studierendenprojektgruppe des Instituts für Evangelische Theologie der TU Dresden, die eine Darstellung des aej-Projektes „Dialog und Kooperation“ auf dem Kirchentag unter Steuerung der Projektleiterin Sarah Vogel und unter Leitung von Professor Roland Biewald erarbeitet hatte.
Die Gruppe entwickelte in Kooperation mit muslimischen Partner(inne)n der Akademie für Interkulturellen Dialog Dresden e.V. eine Dauerausstellung mit den Stationen Bibel und Koran, Integration, Konfliktpotentiale und Musik sowie eine methodische Einbindung der Besucher(innen) durch ein kooperatives Wandgemälde und Videoclips. Mit ihren weißen T-Shirts mit dem Projektlogo waren die Studierenden als Ansprechpartner(innen) gut zu erkennen und informierten die Besucher(innen) über die einzelnen Stationen. Bei diesen konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene kreativ werden und beispielsweise zu gehörter Musik buntes Papier gestalten, zum Thema „Dialog“ Zeitschriften wälzen oder mit Playmobilfiguren die Verteilung der Weltbevölkerung und des Bruttosozialproduktes der Kontinente schätzen. „Das Wurfspiel mit Zitaten aus Bibel und Koran gefällt nicht nur jungen Besuchern. Es ist echt interessant zu sehen, wie viele Erwachsene die Zitate aus Bibel und Koran falsch zuordnen und wie beeindruckt sie von der Ähnlichkeit einiger Zitate sind“, freut sich Student Christoph Backhaus, der die Station „Bibel und Koran“ mitentwickelt hat.
Besonders viele Besucher(innen) lockte ein Anspiel, bei dem sich die Studentinnen Yvonne Rösler und Anne-Sophie Sohr als Nonne und Muslima verkleideten und die Zuschauer(innen) mit der Frage „Kopftuch gleich Kopftuch?“ konfrontierten. „Früher sah man vor allem in ländlichen Gegenden in Deutschland häufig Frauen mit Kopftuch, da hat niemand darüber diskutiert“, war die Stimme einer Besucherin. „Das Kopftuch finde ich in jeder Form ok, aber ich persönlich möchte Menschen ins Gesicht schauen können“, war eine weitere Meinung, während sich eine dritte Person äußerte: „Besonders, dass die beiden Mädchen die Plätze tauschen, verdeutlicht die freie Religionsausübung und die Bedeutungslosigkeit der Kleidung.“
Ebenfalls die Sitzecke im Freien fand viel Zuspruch, in die Besucher zum kostenlosen Probieren von Aschura eingeladen wurden. Ali Yardim, Leiter der Akademie für Interkulturellen Dialog Dresden e.V., erklärte dazu, dass die vegetarische Speise Aschura häufig von Muslimen mit Familie und Freunden in Anlehnung an die Rettung der Arche Noah gekocht und gegessen wird. „Ich hätte nicht gedacht, dass ein Mix aus Weizen, weißen Bohnen, Kirchererbsen und Früchten so gut schmeckt!“, kommentiert ein Besucher sein Geschmackserlebnis. Die Studierenden der TU Dresden gewannen ebenso wie die Muslime der Akademie neue Impulse und werden die Besucherstimmen und Rückmeldungen auswerten. Außerdem ist eine weitere Zusammenarbeit des Instituts für Evangelische Theologie und der Akademie für Interkulturellen Dialog in Planung. „Nach unserem ersten Kontakt zur Akademie war die Projektteilnahme für eine Intensivierung sehr hilfreich und für uns alle ein positives Erlebnis. Wir wünschen uns weiteren Austausch und werden diesen fördern“, lautete das Fazit von Professor Roland Biewald.
Neben der Projektpräsentation konnten Interessierte auf dem jugendpolitischen und internationalen „Blauen Sofa“ Platz nehmen, mit Mitarbeitende der aej-Geschäftsstelle ins Gespräch kommen und Informationen über die aej und ihre Aufgabenfelder erhalten. Ein Höhepunkt dabei war der Besuch der SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, die sich unter anderem über die Jugendverbandsarbeit der aej informierte.









