Coaching-Projekt mit christlich-ökumenischen Vereinen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund

- Foto: Foto-DVD „Blickwinkel“ des DBJR
Über die „etablierten“ Jugendverbände hinaus haben sich Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in den letzten Jahren zu neuen Organisationen zusammengeschlossen. Die in der Fachdiskussion so genannten Vereine von Jugendlichen mit Migrationshintergrund (VJM) bergen ein großes Potential: Während junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in der „etablierten“ Jugendverbandsarbeit unterrepräsentiert sind, schaffen sie sich in selbstorganisierten Strukturen eigene Freiräume. Die aej berät und begleitet VJM im Sinne des Empowermentansatzes.
Zentraler Baustein hierfür ist das auf zwei Jahre angelegte Coaching-Projekt, das fünf VJM auf Bundesebene unterstützt. Dies beinhaltet mehrere Ebenen: Die Strukturentwicklung der Organisationen, die Qualifizierung von Ehrenamtlichen sowie die Öffnung von Strukturen der aej für die Partner und damit die Schaffung von Vernetzungsmöglichkeiten, jugendpolitischer Beteiligung und Zugang zu finanziellen Mitteln. Das Projekt läuft seit April 2009 und wird von der Stiftung Deutsche Jugendmarke gefördert.
Kontakte zu VJM
Die aej knüpft dabei an Kooperationsformen mit VJM an, die durch langjährige internationale und ökumenische Zusammenarbeit bereits bestehen. Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit ergeben sich weiter über die Funktion der aej als Ansprechpartnerin für Anliegen der Kinder- und Jugendarbeit der „Gemeinden anderer Sprache und Herkunft“. Hier organisieren sich im Rahmen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemeindliche Zusammenschlüsse von Menschen mit Migrationshintergrund.
Die Projektpartner
Die Projektpartner des Coaching-Projekts haben einen evangelisch-ökumenischen Hintergrund: der Orthodoxe Jugendbund e.V. (OJB), die Koptische Jugend e.V., die Jugendarbeit der vietnamesischen Tin-Lanh-Gemeinde, die Gemeinschaft finnisch-deutscher Jugendlicher und der deutsch-koreanische Jugendverband GiL.
Aktivitäten im Projekt
Eine Entwicklung der Strukturen auf Bundesebene wird insbesondere durch individuelle Beratungs- und Begleitungsprozesse sowie durch vernetzende Treffen angestoßen.
Hier wird beispielsweise Unterstützung bei der Klärung des rechtlichen Status und von Verantwortlichkeiten geboten. Auch die Abrechnung von Finanzmitteln, die Eröffnung eines Vereins-Bankkontos oder die Entwicklung von Homepages sind individuelle Schwerpunkte.
Die Projekte im Bereich Migration werden auch auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag sichtbar: Ehrenamtliche der Coaching-Projekte sind gemeinsam mit Jugendlichen aus Mitgliedsverbänden der aej aktiv in die Aktion „Austausch_BAR“ der aej eingebunden.
Empowerment von VJM kann nur gelingen, wenn auch die aej als „etablierter“ Jugendverband ihre Strukturen öffnet und Möglichkeiten der Zusammenarbeit erschließt. Die Projektpartner(innen) werden deshalb zur aej-Mitgliederversammlung und zu Sitzungen von Fachkreisen eingeladen.
Die Einbindung in Informationsnetzwerke ist ein weiter Teil der strukturellen Integration.
Ein Projektbeirat – zusammengesetzt aus Vertreter(inne)n der aej-Mitglieder, anderer Jugendverbände sowie aus Wissenschaft und Fachorganisation – begleitet diese Prozesse fachlich. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg evaluiert das Projekt.









