Konfirmandenarbeit und Jugendarbeit

- Das Foto wurde der Foto-DVD "Blickwinkel", die der Deutsche Bundesjugendring im Rahmen von "Projekt P - misch dich ein" produziert hat, entnommen. Foto dp: dieprojektoren agentur für gestaltung und präsentation.
Der Witz vom Pfarrer, der die lästigen Fledermäuse in der Kirche konfirmierte, um sie erfolgreich zu vertreiben („wen ich konfirmiere, sehe ich in der Kirche nie wieder“) ist so uralt, dass er für manche schon wieder Neuigkeitswert besitzt. Sein Gehalt ist diskutabel – aber es ist etwas dran: Das Ritual der Konfirmation ist faktisch allzu oft ein Abschiedsritual anstelle eines Integrationsrituals in kirchliches Leben. „Konfi-Arbeit – und Tschüss“ ist derzeit ein beliebter Titel von Seminaren und Konferenzen.
Das muss nicht so sein. Evangelische Kinder-und Jugendarbeit einerseits und die Konfirmandenarbeit (KA) andererseits entwickeln mit viel Kreativität Modelle gelingender Übergänge von der KA in die Jugendarbeit sowie Formen der gegenseitigen Verknüpfung und der Kooperation bis hin zur Integration des KA in ein gemeindliches oder regionales Gesamtkonzept kirchlicher Jugendarbeit.
Immerhin ist in diesem Zusammenhang eine konzeptionelle Frage zu lösen:
Ist Konfirmandenarbeit ein Teil kirchlicher Jugendarbeit oder nicht? Doch – sie ist: Konfirmandenarbeit ist kirchliches Handeln an und mit Jugendlichen, bisweilen auch schon von Jugendlichen. Insofern ist sie Jugendarbeit.
Sie unterscheidet sich allerdings in Konzeption und Praxis erheblich von evangelischer Kinder- und Jugendarbeit, sei diese nun verbandlich oder gemeindlich organisiert oder - wie im Regelfall - gar beides.
Beide gehören zusammen, sind aber bisher recht unterschiedliche Geschwister gewesen. Die KA hat in den letzten Jahrzehnten viel von der Kinder- und Jugendarbeit gelernt; aber auch umgekehrt gibt es von der KA einiges zu lernen. Beide besitzen gleichwohl ein eigenständiges Profil, das dauerhaft sein wird.
Dennoch: Zukünftig sind auf Gemeindeebene oder regionaler Ebene KA und Kinder- und Jugendarbeit konzeptionell zusammenzudenken und aufeinander zu beziehen.










